Prinz-Edward-Island

9. September 2019 0 Von Lea Blättler

Bei einem kurzen Aufenthalt in der Nähe von Halifax, an einer schönen Bucht, haben wir zuerst Hubert eingerichtet und dabei den Localen bei der Muschelsuche und Seegrasernte zugeschaut. Das Gepäck von der Überfahrt musste eingeräumt werden, die Kisten wieder auf das Dach montieren, viele kleine Dinge erledigen, aber schlussendlich hat alles seinen Platz gefunden und wir kommen langsam aber sicher mit den 4.5m2 Fläche hin. Erstaunlich, was alles in einem so, relativ gesehen, kleinem Fahrzeug Platz findet. Hier in Kanada sind die Wohnträume auf Räder ein bisschen grösser als wir es aus Europa kennen. Es gibt garantiert Fahrzeuge, die haben mehr Fläche als unsere ersten Wohnungen und noch ein Auto hinten dran.

Am nächsten Tag machten wir uns gemütlich auf den Weg Richtung Osten. Der Plan war den Trans-Labrador-Highway (es handelt sich dabei nicht um einen klassischen Highway, auch wenn die letzten Jahre immer mehr asphaltiert wurde) zu fahren. An einem wunderschönen Strand geniessen wir den Sonnenuntergang und essen zu Abend. Übernachten dürfen wir hier leider nicht aber es werden uns zwei private Stellplätze in Einfahrten angeboten, eine Dame will uns sogar ihr Gästezimmer zur Verfügung stellen. Stellplatzsuche ist also kein Problem.

Wir fahren aber lieber noch bis Prinz-Edward-Island (später nur noch mit P.E.I. abgekürzt) und übernachten direkt an der Klippe neben einem Leuchtturm. Die nächsten Tage fahren wir quer über die Insel, suchen und finden Vögel und Füchse, dafür ist P.E.I. bekannt. Wir erreichen zum zweiten Mal in unserem Leben ein Nordkap.

Am National Park gestaltet sich die Suche nach einem Stellplatz etwas schwieriger. Der Campingplatz ist voll, auf dem Walmart-Parkplatz wollen wir nicht schlafen und somit enden wir dank der App I-Overlander neben einem Park in Charlottetown in einer ruhigen Wohngegend. Im N.P. ist dann mehr halli galli als Naturparadies, am Morgen sind wir fast alleine mit Füchsen und Seeadlern, bis die Badegäste erwachen und an die Strände strömen. Nach einer kostenlosen Dusche (Naherholungsgebiete haben auch Vorteile), flüchten wir Richtung Süd-Osten der Insel. Wir testen verschiedene Offroad Pisten um Hubert auch etwas Spass zu gönnen. Leider hat er sich an einem Ast leicht verletzt und fährt jetzt mit einer Narbe rum, einem gesprungenen Seitenspiegel.

Als wir an unserem Stellplatz für die Nacht ankommen, eine Klippe an der unten die Seehunde schwimmen und sich sonnen, haben wir Huberts Schaden schon fast vergessen.

Da wir seit 6 Tagen nur schönes Wetter haben, hüpfen wir am nächsten Tag in den Atlantik und nutzen eine Flussmündung direkt daneben als Wellness-Süsswasser-Bad. Wir besuchen auch das östliche Kap, beobachten Tölpel beim Sturzflug und übernachten in einem Vogelschutzgebiet direkt hinter den Dühnen. Am Abend haben wir zum ersten Mal Regen aber Hubert ist dicht. Der nächste Morgen bringt viele Vögel unter anderem den stark bedrohten Piping Plover vor Simon`s Linse.

Dank vieler lästiger Mücken, black flys und Bremsen verwerfen wir den Plan mit dem Trans-Labrador-Highway vorerst und buchen uns eine Fähre zurück nach Novas Scotia. Da diese am 7.7. schon ausgebucht ist, machen wir uns einen gemütlichen Nachmittag und Abend an der Robbenküste und setzten am nächsten Morgen über.

In Antigonish machen wir einen nächtlichen Zwischenstopp, testen unser Mückenspray bei Spaziergängen am Sumpf (eine komination aus MükoRex für die Kleidung und Deet Spray für die Haut wirkt wunder) und sehen viele Streifenhörnchen, Vögel, Wasserratten und mindestens 2 Biber.

Weiter geht`s nach Cape Breton…