Verschiffung Antwerpen-Halifax

18. Juli 2019 0 Von Lea Blättler

Da wir ein fixes Start Datum haben wollten (was sich ja dann doch noch ein paar Mal verschoben hat), haben wir uns für den Start auf einem anderen Kontinent entschieden. Kanada sollte es werden, zu erst mal zivilisiert starten und Verbesserungen am Fahrzeug zwar nicht preisgünstig aber vermutlich nervenschonent umsetzen können.

Da wir Hubert in der Schweiz und Deutschland nach unseren Wünschen haben ausbauen lassen, muss er natürlich mit über den Atlantik. Wir haben uns lange überlegt ob wir ihm mit dem Flugzeug folgen oder mit aufs Schiff möchten. 1 Jahr im Voraus haben wir uns via Globoship die Eignerkabine (Ist ja schliesslich unsere Hochzeitsreise, ein bisschen Luxus darf noch sein bevor wir endgültig in Hubert ziehen) auf einem Frachtschiff reserviert. Eigentlich für Mitte Mai 2019. Ende Oktober bekamen wir Bescheid, dass im Mai bereits alles ausgebucht ist und wird erst am 5.6. starten können.

Wir haben ja Zeit….

So änderten sich schnell unsere Pläne, Kanada doch nicht in einem Sommer zu sehen, sondern im 2019 nur den Osten zu erkunden und hoffentlich 2020 noch mal bis Alaska hoch zu fahren.

Die Atlantic Sea sollte es werden. Hubert konnten wir problemlos mit Seabridge aufs gleiche Schiff buchen.

Nach 2 brennenden Containerschiffen, gab es einige Verzögerungen und neue Sicherheitsvorschriften, die aber im Hafen von Antwerpen niemanden zu interessieren scheinen.

Nachdem ich (Lea) eine Woche lang, die Woche vor der Abfahrt, erfolglos versucht habe eine deutsche Firma am Niederrhein zu finden, die ein Gasfrei-Zertifikat für unsere LPG-Gastankflasche ausstellt, haben uns tour-de-world.com einen tollen Tipp in Belgien gegeben.

40 Euro ärmer und 2 Papierfetzten reicher, machten wir uns am 17.6 auf den Weg von Gent nach Antwerpen zu Port 1333. Hier durften wir Hubert, ohne dass jemand das Zertifikat oder den Innenraum sehen wollte abstellen. Die Kisten vom Dach zwischen unseren Möbeln, damit man diese nicht öffnen kann und weil jeder cm Aussenmass kostet, die Hecktür noch mit zusätzlichem Fahrradschloss gesichert, in der Hoffnung, dass es uns nicht wie theroadhitters.ch ergeht, denen das halbe Fahrzeug geleert wurde. Am Vorabend haben wir Hubert noch mit dem Hochzeitsgeschenk meiner Schwester verschönert, handgemachte Tieraufkleber.

Am Donnerstag 20.6 durften wir dann auch an Board. Mit 10 weiteren Passagieren reist wir für die nächten 10 Nächte auf einem der 5 grössten Container-RORO (roll-on-roll-off) Kombinationsschiffen. Die Crew war sehr freundlich und hilfsbereit.  Auf der Fahrt nach Liverpool haben wir schon kleine Wale und Delfine gesehen sowie einige Vögel. Sonntags in Liverpool durften wir von Board und haben uns ungeplant so richtig ins Stadtleben geworfen. Eigentlich wollten wir die Ruhe im Botanischen Garten geniessen doch dort war ein grosses Afrika Festival und im anderen Teil Kinder Unterhaltungsprogramm. Nach Fish&Chips ohne Fisch aber mit viel Essig und was gesundem für Simon, versuchten wir den Rückweg zum Schiff zu finden. Liverpool wird von mehreren Busunternehmen bedient aber das Tagesticket gilt nur für ein Unternehmen. Gar nicht so leicht die richtige Linie mit der richtigen Gesellschaft zu erwischen.

Die nächsten 7 Tage waren wir dann auf See meist mit traumhaftem Wetter oder dichtem Nebel. Das Wasser war oft Spiegelglatt, sodass wir viele Wale und Delfine unter anderem Buckelwale gut sehen konnten. Eine Lederschildkröte ist direkt aufs Schiff zugeschwommen. Wenn wir nicht grade auf Tierbeobachtungsposten auf dem Sonnendeck waren oder bei der Schiffsführung Hubert besucht haben, haben wir viel gelesen, noch mehr geschlafen, uns mit den anderen Passagieren unterhalten und irgendwie wurde uns nie langweilig und die Zeit bis zum nächsten Essen verging wie im Flug.

Halifax erreichten wir Sonntags morgends und wurden mit Regen und einem Seehund begrüsst. Der sehr nette Art der Kanadier begegneten wir schon im Hafen, so brachte uns der Shuttelservice direkt zu Motel statt nur zum Gate.

Den Canada Day 1.7. verbrachten wir dann in einem sehr ruhigen Botanischen Garten und bestaunten am Abend das Feuerwerk über dem Hafen.

Dienstag konnten Hubert schon abholen. Erst zum Spediteur, dann zum Zoll, dann zum Hafen. Ohne irgendwas zu öffnen hatte uns der Zoll schon die Prüfaufkleber drauf geklebt und nach gut 2 Stunden konnten wir endlich in Hubert einziehen. Wir haben noch Jaro`s Defender bestaunt und dann alles aufgefüllt. Gas, Wasser, Diesel und Lebensmittel. Auf dem Parkplatz vom Alkohol Geschäft wurden Hubert schon wie ein Promi behandelt.

Ich schreibe das ganze von der Fähre, die uns von Prinz-Edward-Island wieder aufs Festland bringt. Ihr könnt euch also schon auf weitere Reiseberichte freuen.